1. Was würde ich in einer gewöhnlichen Woche tun?
Bitte um einen Aufgabenmix, nicht nur um die wichtigsten Ziele. Dazu gehören wiederkehrende Arbeit, Besprechungen, Rückfragen und Tätigkeiten, die bisher andere übernommen haben. Frage ausdrücklich, welche deiner bisherigen Aufgaben wegfallen. Die Formulierung „Du kennst das ja bereits“ kann sonst verdecken, dass ein zweiter Auftrag hinzukommt.
Eine hilfreiche Nachfrage lautet: „Gehen wir eine normale Woche durch. Welche Termine und Aufgaben wären fest eingeplant, welche treten unregelmäßig auf?“ Eine solche Übersicht bleibt zunächst eine Beschreibung oder Schätzung. Du kannst sie später mit tatsächlichen Erfahrungen abgleichen. Sie muss nicht auf die Minute genau sein, um eine offensichtliche Doppelbelastung sichtbar zu machen.
2. Welche Ergebnisse und Entscheidungen gehören zu mir?
Unterscheide ein gewünschtes Ergebnis von dem Spielraum, mit dem du es beeinflussen kannst. Wenn du einen Termin sichern sollst, frage nach Priorisierung, Aufgabenumfang und verfügbaren Ressourcen. Wenn du andere entwickeln sollst, frage nach Zeit, Zuständigkeit und Unterstützung für diese Aufgabe.
Achte darauf, ob Gesprächspartner dieselbe Rolle beschreiben. Unterschiedliche Erwartungen sind zunächst Informationen für eine gemeinsame Klärung. Sie sollten nicht stillschweigend in deiner persönlichen Aufgabenliste miteinander verschmolzen werden.
3. Welche Bedingungen sind für mich wichtig?
Schreibe auf, welche Arbeit du häufiger übernehmen möchtest und worauf du ungern verzichten würdest. Begründe diese Wünsche an Erfahrungen: „Bei komplexen Analysen kann ich mein Wissen vertiefen“ ist greifbarer als „Ich möchte mein Potenzial entfalten“. Auch Gehalt, Verlässlichkeit oder ein erreichbarer Arbeitsort dürfen eine Rolle spielen; unsere Werkzeuge decken nicht jede persönliche Bedingung ab.
| Art der Bedingung | Was du dazu festhalten kannst |
|---|---|
| Für mich unverzichtbar | Warum ist sie wichtig, und woran würde ich ihre Erfüllung erkennen? |
| Verhandelbar | Welche Alternative oder welcher Ausgleich wäre für mich akzeptabel? |
| Noch nicht einschätzbar | Welche Information oder Erfahrung fehlt, bevor ich sie gewichte? |
4. Wie wird Lernen im Alltag möglich?
Ein Kurs kann hilfreich sein, ersetzt aber keine erreichbare Ansprechperson für die konkrete Arbeit. Frage, welche Situationen du unter Begleitung kennenlernen kannst, wie Rückmeldungen stattfinden und woher die Zeit dafür kommt. Wenn ein Lernbedarf feststeht, sollte er im Auftrag sichtbar werden.
Halte fest, was bereits vereinbart ist und was nur in Aussicht gestellt wurde. Dadurch kannst du gezielt nachfassen, ohne eine mündliche Hoffnung als gesicherte Ressource zu behandeln.
5. Was möchte ich vor einer Zusage noch herausfinden?
Eine Hospitation, eine Besprechung mit der bisherigen Rolleninhaberin oder eine klar begrenzte Aufgabe kann unterschiedliche Fragen beantworten. Wähle das Format danach aus, welche Unsicherheit du tatsächlich bearbeiten möchtest. Ein Blick in den Kalender zeigt etwas anderes als ein selbst geführtes Gespräch.
Auch ein Gespräch kann neue offene Punkte hervorbringen. Der Zweck dieser Vorbereitung ist keine künstliche Sicherheit. Du machst sichtbar, auf welcher Grundlage du eine Zusage, eine Absage oder zunächst eine weitere Erprobung erwägst.
Quellen zu diesem Text
Die Quellen stützen die jeweils gekennzeichneten Aussagen. Beispiele, Gesprächsfragen und Arbeitshilfen sind eigene redaktionelle Anwendungen.
- [1]Jackson and Schuler (1985) Revisited: A Meta-Analysis of the Relationships Between Role Ambiguity, Role Conflict, and Job Performance ↗
Art, Zugang und Grenzen dieser Quelle
Metaanalyse von Zusammenhängen zwischen Rollenunklarheit, Rollenkonflikten und Leistung.
Zusammenhänge belegen keine Ursache. Unklare und widersprüchliche Anforderungen sind unterschiedliche Konstrukte.
Zugang bei der Recherche: Originalabstract beim Verlag.
- [2]Self-determination theory and work motivation ↗Bereitgestellten Volltext öffnen ↗
Art, Zugang und Grenzen dieser Quelle
Theoretische Einordnung und Forschungsübersicht zur Arbeitsmotivation.
Kein Test unserer Website. Die sechs Arbeitsalltag-Themen messen nicht die drei Grundbedürfnisse der Theorie.
Zugang bei der Recherche: Autoren-Volltext.
Forschung und eigene Arbeitshilfen
Fiktive Fälle sind keine erhobenen Fallberichte. Eigene Fragen und praktische Übertragungen sind keine Originalskalen der Forschenden und nicht als diagnostisches Verfahren validiert. Der Text dient der persönlichen Orientierung. Nutzung und Grenzen
Was möchtest du
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Unterscheide, was du schon mitnimmst, welche Auskunft noch fehlt und was du als Nächstes tun möchtest.
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